Warum Du die wirklich interessanten Mitarbeiter nicht über Stellenanzeigen finden wirst

Du kennst das: Egal wie oft du diese eine Stellenanzeige noch auf den gängigen, "wichtigen" Stellenportalen schaltest, so richtig passende Bewerbungen wollen einfach nicht reinkommen. Woran das liegt?

 

Um es gleich vorweg zu sagen: Die klassische Stellenanzeige ist mittlerweile zwar noch nicht in Rente, aber zumindest in Altersteilzeit gegangen. Das, was noch vor 15 Jahren im Recruiting super geklappt hat, nämlich eine Stellenanzeige in der regionalen Tageszeitung zum Beispiel, reicht heute allein einfach nicht mehr aus.

 

Heute beginnt das Recruiting weitaus früher. Wir können nicht mehr nur Talente ansprechen, die wir direkt einstellen möchten. Vielmehr sollten wir auch die relevanten Personen mit unseren Personalmarketingaktivitäten ansprechen, die vielleicht irgendwann mal einen Job suchen werden. Nutzen wir doch die Zeit, die wir bis dahin haben, um uns und unser Unternehmen bei demjenigen ins rechte Licht zu rücken. Und das wird mit klassischen Stellenanzeigen nicht gelingen.

 

Das schalten von Anzeigen hier und da ist in etwa so, als würde man Flugblätter verteilen. Es führt zwar dazu, dass viele Leute die Anzeige sehen, aber die wirklich interessanten Kandidaten erreicht man damit nur schwer. Sie sind ja womöglich zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht aktiv auf Jobsuche. Warum sollten sie sich dann eine Stellenanzeige durchlesen? Vielmehr muss man interessante Kandidaten direkt und individuell ansprechen. Und wie schafft man das?

 

Online Angebote

Die sozialen Medien sind eine tolle Möglichkeit sich, als Arbeitgeber zu präsentieren. Zum Beispiel durch einen, auf der Unternehmenshomepage eingebetteten Blog, auf Xing, Twitter, Linkedin, Facebook oder Kununu. Hier geht es nicht darum, möglichst hochprofessionelle Fotos und Videos zu posten, die nur die positiven Vorzüge Ihres Unternehmens zur Schau stellen. Vielmehr geht es um authentisches "Storytelling".

 

Lassen Sie doch mal eine Ihrer Praktikantinnen einen Blog über ihr derzeitiges Projekt schreiben. Dann veröffentlichen sie ihn auf Ihrer Homepage und teilen ihn auf relevanten Social Media Kanälen. Sie werden sehen, dass Ihr Blog auffällt und gelesen wird. Blogs sind eine hervorragende Möglichkeit zu zeigen, wie es ist, bei Ihnen zu arbeiten. Und vergessen Sie nicht: Er muss nicht einen rundum perfekten Eindruck Ihres Unternehmens hinterlassen. Wichtig ist, dass Sie sich authentisch zeigen.

 

Wenn wir mehr als nur die Noten und das Fachwissen unserer Bewerber kennenlernen wollen, dann müssen wir selbst beginnen Geschichten über uns und unsere Arbeitswelt zu erzählen. Damit erhöhen wir die Chance enorm, Bewerber zu erreichen, die auch wirklich zu uns passen. Mehr dazu erfährst du auch in diesem Blogartikel.

 

Persönliche Empfehlungen

Ein weiterer Weg, interessante Bewerber zu finden, sind persönliche Empfehlungen eurer Mitarbeiter. Das hat zweierlei Vorteile: Zum einen erhältst du im Idealfall so, mit relativ geringem Aufwand und Budget, Kandidaten, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit gut ins Team passen. Sonst würden sie vermutlich nicht von Ihren Kollegen empfohlen werden. Zum anderen können direkte Empfehlungen helfen, die Kandidaten zu finden, die man sonst vielleicht gar nicht erst einladen würde.

 

Heute sind die Lebensläufe der Bewerber immer seltener geradlinig. Es soll ja immer noch Personaler geben, die solche Bewerbungen direkt aussortieren, obwohl der- oder diejenige vielleicht super ins Team passen würde. Vielleicht würde dieser eine Kandidat dem Unternehmen sogar einen immensen Mehrwert bieten.

 

Um mal ein persönliches Beispiel einzubringen: Ich habe mich nach meinem Bachelorstudium der angewandten Kindheitswissenschaften mal bei einer Großstadt auf eine Stelle im Bereich Gesundheitsförderung für Kitas beworben. Nach zwei Monaten trudelte dann die Absage ein mit dem netten Abschlusssatz: "Trotzdem wünschen wir Ihnen für Ihren Quereinstieg viel Erfolg.". Moment mal, Quereinstieg? Damals hatte ich bereits mehrere Praktika, sowohl in Kitas als auch im Gesundheitsamt hinter mir. Ich kann natürlich im Nachhinein nicht sagen, ob die Stelle tatsächlich etwas für mich gewesen wäre, aber an diesem Beispiel wird deutlich, dass die Beurteilung ausschließlich nach Geradlinigkeit des Lebenslaufes und Abschlüssen immer noch gängige Praxis ist.

 

Ein kurzes, persönliches Gespräch dagegen kann enorm helfen, den Kandidaten besser kennenzulernen und zu schauen, ob man zueinander passt. Dies ist gerade in Branchen sinnvoll, die auch viel mit "Quereinsteigern" arbeiten.

 

 

Ich glaube nicht, dass Stellenanzeigen irgendwann gänzlich aussterben werden. Schließlich zeigen sie an, dass ein Unternehmen gerade im Moment wirklich aktiv nach einem neuen Mitarbeiter sucht. Nichtsdestotrotz sollten sich Unternehmen nicht ausschließlich auf dieses Instrument verlassen. Durch fehlende Personalmarketing-Aktivitäten abseits der klassischen Stellenanzeige, geht dir ein Großteil toller Kandidaten vermutlich „durch die Lappen“. Die hier vorgestellten Maßnahmen sind da nur ein Bruchteil der Möglichkeiten, die du hast, um dein Unternehmen langfristig als attraktiven Arbeitgeber in deiner Region zu positionieren. 

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